05.18
Leasing als Finanzierungsform wird bei einer Autoanschaffung immer interessanter. Unternehmen und Selbstständige nutzen ohnehin die unmittelbare steuerliche Abschreibung der Leasingrate sowie die Möglichkeit, finanziell flüssig zu bleiben. Aber auch Privatkäufer können vom Leasing profitieren, etwa ein Fünftel aller privaten Pkw-Anschaffungen werden daher per Leasing getätigt.
Ist Leasing teurer?
Im Groben geht man davon aus, dass eine Leasingvariante teurer ist als die klassische Finanzierung, vor allem wenn diese mit Barzahlerrabatten einhergeht. Bei bestimmten Modellen und Anbietern ist Leasing dennoch selbst für private Autofahrer die günstigere Alternative. Denn der Wertverlust ist bei manchen Fahrzeugen der mit Abstand größte Kostenfaktor, und von diesem ist ein Leasingnehmer – pflegliche Behandlung des Wagens vorausgesetzt – nicht betroffen. Das zu berechnen ist indes die größte Hürde. Es müsste nämlich ermittelt werden, was ein finanziertes Fahrzeug als Gebrauchtwagen nach drei oder vier Jahren mit einer bestimmten Laufleistung noch einbringen würde. Den dadurch ermittelten Wertverlust hätte ein Autokäufer auf die Finanzierungskosten aufzuschlagen und die somit errechneten Gesamtkosten mit einer Leasingrate zu vergleichen. Erst dann könnte er sich ein genaues Urteil bilden.
Zwei Vertragsvarianten beim Leasing
Bei jedem Leasingvertrag sind die spezifischen Vertragsbedingungen zu beachten. Ein Kilometerleasing stellt nur die gefahrenen Kilometer in Rechnung, die allerdings pauschal beim Vertragsabschluss festlegt werden. So sind oftmals für 36-Monats-Verträge 60.000 Kilometer üblich, Mehrkilometer werden relativ teuer aufgeschlagen. Minderkilometer bringen hingegen eine Rückzahlung ein, wobei Toleranzen bis etwa 2.500 km zulässig sind. Ein Restwert-Leasing ist viel schwerer zu kalkulieren, denn hier wird der Restwert bei Rückgabe vereinbart. Im Idealfall stimmt dieser tatsächlich mit dem Wert des Gebrauchtwagens überein, Verrechnungen von Mehr- oder Minderwerten fallen hingegen für den Kunden oft relativ ungünstig aus.
Vorteile beim Leasing
Insgesamt hat Leasing Vorteile, die von der Nutzungsart des Fahrzeuges abhängen. Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen:
-Steuerliche Vorteile: Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen setzen eine Leasingrate monatlich von der Steuer ab, was eine unmittelbare Entlastung einbringt. Zwar werden auch Abschreibungen von gekauften/finanzierten Fahrzeugen steuerlich geltend gemacht, hier ist aber ein Fahrtenbuch erforderlich, oder es wird die 1-Prozent-Methode angesetzt, die häufig ungünstiger als das Leasing ausfällt. Dennoch erscheinen die Leasingfahrzeuge nicht in der Bilanz.
-Planungssicherheit: Das Leasing ist sehr gut zu kalkulieren, während bei Finanzierungen der Besitzer oftmals zwischen Tausch oder Weiternutzung schwankt. Auch sind Leasingraten keinen Zinsveränderungen am Kapitalmarkt ausgesetzt.
-Liquidität: Da die Leasinggesellschaft das Fahrzeug finanziert, bleibt der Leasingnehmer mehr liquide, als wenn er auf ein gekauftes Fahrzeug eine hohe Baranzahlung geleistet hätte.
-Individuelle Vertragsgestaltung: Leasing kann sehr flexibel gestaltet werden und somit vertraglich genau den Nutzungsgewohnheiten des Fahrers entsprechen. Das ist der Grund, weshalb selbst Privatleute ganz ohne Steuervorteil beim Leasing sparen können.
-Unproblematische Rückgabe: Der Leasingnehmer braucht sich um das Fahrzeug nach Vertragsende nicht zu kümmern. Damit ist er auch nicht von dessen Wertverlust betroffen. Er kann es kaufen, muss das aber nicht tun.
Nachteile beim Leasing
Es gibt auch Nachteile, wenn das Fahrzeug dem Nutzer nicht gehört. Inwieweit diese ins Gewicht fallen, hängt sehr stark von der Nutzungsart und der Laufleistung ab.
-Kein Eigentumserwerb: Das Fahrzeug gehört dem Nutzer nicht, er kann es weder veräußern noch beleihen, auch fallen kleinere Schäden mehr ins Gewicht. Sie könnten zu einer Nachschussforderung bei der Rückgabe führen. Bei einem eigenen Fahrzeug kann die eine oder andere Delle hingegen ignoriert werden.
-Gesamtkosten: In vielen Fällen sind die Kosten beim Leasing effektiv höher als beim Kauf.
-Laufzeit des Leasingvertrags: Eine vorzeitige Kündigung durch den Leasingnehmer ist in der Regel nicht möglich, was die Flexibilität einschränkt. Der Leasinggeber hingegen kann bei Ratenverzug den Vertrag jederzeit fristlos kündigen und außerdem Schadenersatz fordern.
Leasing lohnt sich in erster Linie für Selbstständige und Unternehmen, vor allem wenn alle drei bis vier Jahre ein neues Fahrzeug angeschafft werden soll. Darüber hinaus sind die Vor- und Nachteile stark vom Modell und der Nutzung abhängig.
Quelle: www.autokredit.de
No related posts.
Kein Kommentar
Kommentieren